Archive for the 'Mongolei' Category

Sep 14 2010

Gorkhi-Terelj Nationalpark und Ballermann

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Wir melden uns, nach einer richtig schönen Woche im Gorkhi Terelj Nationalpark in der naehe von Ulaanbaatar, heil und fröhlich wieder! Diese Auszeit vom Reisen haben wir wirklich genossen und gebraucht. Jetzt kann es bald weiter gehen, denn CHINA wartet!

Ich möchte mich nicht immer wiederholen, aber muss es noch einmal kurz erwähnen, dass die Mongolei wirklich ein sehr schönes und interessantes Land ist.

Was für grandiose Landschaften, Natur und lebenslustige Menschen!
Die ersten vier Tage verbrachten wir in einer Jurte in der nähe eines verschlafenen Dorfes mit ausgedehnten Spaziergängen, Pferdereiten (Video: Konrad vs. Pferd) Bergsteigen, Feuermachen (
Video: Konrad & Video: Natalia) oder im Fluss badend.

Anfang September ist die Hauptsaison in der Mongolei vorbei und der goldene Herbst zog sonnig in unser friedliches, immer bunter werdendes Tal. Die herbstlichen Nächte waren kalt und von tausenden Sternen beleuchtet, die Tage sonnig und angenehm warm. Welch ein Glück all das fast alleine genießen zu dürfen!



… A B E R …
Dann kam der Freitag Nachmittag und mit ihm verwandelte sich das Tal in ein Partyparadies voll von ohrenbetäubender “Modern Talking” spielender Discos, galoppierenden, gröhlenden & singenden Großstadt-Mongolen, die mit ihren Stadtautos reihenweise im Fluss stecken blieben und uns ein lautstarkes und lustiges Schauspiel (Video: Autos im Fluss) während des ganzen Wochenendes boten.

Eins muss man den Mongolen lassen – feiern können sie bis zum Morgengrauen oder vorzeitigen Umfallen :-)
Wir hielten uns diesmal dezent zurück und beobachteten das wilde Mongolentum aus sicherer Entfernung, da uns (und besonders mir) die wilden Nächte auf unseren Gobi-Trip noch in Erinnerung (und in den Knochen) geblieben sind …

Wir haben soeben zwei Zugtickets Richtung chinesischer Grenze gekauft. Es erwartet uns eine 30 stuendige Zugfahrt zum letzten Ort vor der Grenze … wie es dann weiter gehen soll, wissen wir selber noch nicht genau :-) Wir melden uns dann voraussichtlich am Freitag aus CHINA wieder – vorausgesetzt dass die chinesische Zensur unseren Blog nicht blockieren wird! 

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Sep 05 2010

Hupen ist geil bzw. Verkehr in Ulaanbaatar

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Es gibt Erfindungen rund um das Automobil, die mal mehr, mal weniger sinnvoll oder nützlich sind. Im Allgemeinen werdet Ihr mir bestimmt zustimmen, dass man ein Lenkrad, Schalthebel oder die Bremsen zu den wichtigen Teilen am KFZ zählen kann. Ein Heck-Spoiler, Unterboden-Lichter oder ein Schiffs-Horn eher nicht in die Kategorie der “muss ich unbedingt haben” Accessoires gehören. So wie ich und Ihr denken die motorisierten Mongolen aber nicht …
Wenn man sich in Ulaanbaatar ein Auto leisten kann, dann muss es auch als solches von weiten erkannt und gehört werden. Falls beim Autokauf kein finanzieller Spielraum für ein krasses Tuning vorhanden ist, dann kann der Mongole einfach auf unnützen Schnickschnack, wie die ersten drei oben erwähnten Zubehörteile (Lenkrad, Schalthebel, Bremsen) verzichten.
Aber niemals … unter keinen Umständen … darf am mongolischen Fahrzeug eine ohrenbetäubende oder wenigstens nervtötende HUPE fehlen! Erst wenn der Fahrer seine starke Hand auf die Fläche in der Mitte des Lenkrads (also die HUPE) legen und von dieser in jeder nur erdenklichen Situation im Straßenverkehr gebrauch machen kann – ja erst dann fühlt er sich als ein anerkannter Verkehrsteilnehmer in der Hauptstadt der Mongolei.
So hupen und pupen … tröten und piepen … krähen und heulen die Blechkisten rund um die Uhr durch die verstopften Straßen. Egal ob beim Abbiegen, Bremsen, Überholen, Gasgeben, Ausweichen oder Ausparken – die HUPE ist unverkennbar des Mongolen liebstes Fahrzeugzubehör.
Ab und zu versucht ein Verkehrspolizist mit wilden Verrenkungen und einer Pfeife das Chaos im Zaum zu halten – doch spätesten nach einer Stunde Streetdance geht auch ihm die Puste aus und das Hupkonzert geht wie gewohnt weiter.
Kein Wunder, dass die ganzen europäischen “ich tanze meinen Namen“, “esse nur Bio-Müsli” und “Gott ich bin so individuell, weil ich in der Mongolei bin” Backpacker so schnell wie nur möglich diese pulsierende Stadt hinter sich lassen möchten.

Ich persönlch finde es großartig! Es ist laut, dreckig und voller Menschen. Die Gullideckel fehlen, grünes Licht gilt nur für Autofahrer und die gehetzten Fußgänger sind Freiwild.
Es wird auf der Straße wirklich nicht langweilig: Vergisst Bungee Jumping – kommt nach Ulaanbaatar und versucht über die Straße zu gehen, ohne angefahren zu werden!! :-)

Das interessante daran ist, dass die Verkehrsteilnehmer wie die Berserker agieren, aber dabei keine negativen Emotionen zeigen. So hupen und drängeln sich lächelnde Mongolen durch die Straßen der Hauptstadt in Ihren schrottreifen koreanischen Blechkisten …
Nach zwei Wochen in der Mongolei, gibt es immer noch so viele Sachen die mich faszinieren und weiterhin unverständlich sind. Ich vermute, dass es ihnen einfach Spaß macht im Verkehrschaos die Sau raus zu lassen – außerhalb der Stadt trifft man nun mal nicht so oft andere motorisierte Spielgefährten :-)


Morgen geht es wieder in die automobilfreie Natur  – wir fahren für ein paar Tage in den Nationalpark in der Nähe von Ulaanbaatar und melden uns nach der Rückkehr.

Laute Grüße aus Huphausen
Euer Konrad

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Sep 03 2010

Mongolischer Techno!

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Für alle denen die traditionelle mongolische Musik zu altbacken war, hier eine Version von heutiger Vernissage in Ulaanbaatar:

Es ist immer wieder faszinieren, was man zu sehen bekommt, wenn man ein paar Einheimische kennen lernt!
Heute Abend haben wir die hippe Kunstszene der Mongolei kennen lernen dürfen … ich sag´ nur “ROCK´N´ROLL“!

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Sep 02 2010

Mongolische Lebensfreude

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Sorry für die Verspätung, aber hier in Ulaabbaatar gibt es immer wieder technische Probleme. An den Warmwasserausfall und das Duschen mit kaltem Wasser haben wir uns mittlerweile gewöhnt, aber ohne Internet ist das Leben echt hart …

Aber wir haben nun endlich die Möglichkeit Euch, unseren Lieben, von der letzten Rundfahrt in den Süden der Mongolei zu berichten -  ohne zu sehr ins Detail zu gehen, damit wir nach der Rückkehr immer noch ein paar gute Geschichten auf Lager haben können.

Wir sind vier Tage Richtung Wüste Gobi in den Süden gefahren um uns dann wieder tagelang in die nördliche Richtung zu bewegen. Mit uns eine junge (leider total unfähige & faule) Dolmetscherin, ein lustiger (Gott sei Dank total erfahrener & angstfreier) Fahrer und ein interessantes (immer total entspanntes & humorvolles) tschechisches Pärchen Andrea & Jiri. Wir haben die beiden Prager ins Herz geschlossen und freuen uns schon darauf, Euch die beiden Tanzmäuse auf einer zukünftigen Party bei den Amandis vorstellen zu dürfen.

Wir übernachteten immer in den für die Mongolei typischen Jurten, bei einheimischen Familien, die sich so ein paar Dollar neben der Viehzucht verdienten. Zum Essen unterwegs wird Natalia bestimmt noch einen gesonderten Beitrag schreiben – das war nämlich sehr kurios …
Am fünften Tag machten wir eine Mittagspause in einem grünbewachsenen und von Jaks, Ziegen, Pferden und Schafen bevölkerten Tal. In der Ferne standen ein paar Jurten von wo sich nach einiger Zeit ein Motorrad näherte. Im ersten Augenblick dachte Konrad noch: “Vielleicht wollen die Besitzer der Tiere sehen welche fremden Spinner hinter Ihren Jaks herschlichen, und sie dann zur Raison bringen?”
Ein uns grimmig anschauender Jugendlicher und ein älterer, über beide Ohren grinsender Mongole begrüßten uns herzlich anstatt uns, wie erwartet, von Ihrem Vieh zu vertreiben. Der lachende Alte setzte sich hin und holte seinen Schnupftabak (schon mal Tabasco durch die Nase gezogen?) heraus. Nach ein paar freundlichen Worten begleiteten uns die beiden Nomaden zum Auto. Nach einer Dose Bier und weiterem Schnupftabak (schon mal Pfeffer durch die Nase gezogen?)deutete der Grinser in Richtung der Jurten, schnippte mit den Zeigefinger seitlich gegen seinen Hals und forderte uns auf, mitzukommen. Wir verneinten höflich, da es noch zu früh zum Trinken und zu weit zu fahren war. So verschwanden die beiden Mongolen wieder in der Weite der Landschaft.
Nach der Mittagspause stiegen wir wieder in unseren russischen, allradfähigen Laz und nach ein paar Minuten Fahrt sahen wir von weiten, ein bekanntes Grinsen winkend auf uns zulaufen …

Die Grinsebacke war also mit dem Mopped nach Hause gefahren um uns den Weg mit einen “Geschenk” abzuschneiden. So setzten wir uns alle in einen Kreis und genossen mehr Schnupftabak (schon mal Wasabi durch die Nase gezogen?) und zum ersten Mal in unserem Leben AIRAK – gegorene Stutenmilch.  Alle Reiseführer warnen vor dem Genuss dieses Getränks, da es bei Europäern fast immer zu Verdauungsproblemen führt.
Aber HEY – wer hört denn schon auf Bücher, wenn er in so einer einmaligen Situation ist? Das Ergebnis nach ein paar tiefen Schlucken dieser (positiv ausgedruckt) sonderbar schmeckenden alkoholischen Spezialität habe ich schon im letzten Beitrag beschrieben ;-)
Alle weiteren Tage waren voll von grandiosen Landschaften, interessanten Gesprächen, gemütlichen oder feuchtfröhlichen Abenden und wirklich anstrengenden Geländefahrten.
Weltreise Blog Wüste Gobi Trip
Die Mongolei ist wirklich ein eimaliges Reiseland für Naturbegeisterte. Jedoch nichts für zimperliche Zeitgenossen mit schwachen Nerven oder Mägen!

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