Archive for September, 2010

Sep 29 2010

Bild des Tages

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Sep 27 2010

Die Terrakotta Armee von Xi´an

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Und wieder mal einfach nur unglaublich. Das so genannte 8. Weltwunder in Xi´an ist die wieder entdeckte Terrakotta Armee, bestehend aus Abertausenden lebensgroßen Tonsoldaten, Pferden und anderen Figuren.


Vor Tausenden von Jahren hat sich ein 7 Jähriger Kaiser gedacht ” Ni hao meine faulen Untertanen- genau so was will ich haben!” 37 Jahre später starb der größenwahnsinnige Kaiser bei einer Inspektionsreise in eine seiner Provinzen und wurde in der überdimensionalen Grabanlage in der Nähe seiner Tonarmee beigesetzt.

Nur ein Jahr später kam der nächste wahnsinnige Chinese (ein Rebellen-General, der anscheinend echt sauer auf den verstorbenen Kaiser war) und demolierte fast die gesamte Anlage … erst 1974 wurde das ganze Chaos zufällig durch einen brunenbauenden Bauer entdeckt. Der Entdecker sitzt auch brav und gelangweilt neben dem Eingang und signiert Fotoalben, oder lässt sich wie ein armes Wildtier im Zoo ständig fotografieren und begaffen.

Ich gebe zu, dass ich ein Kulturbanause bin und sich mir die Faszination dieser Entdeckung nicht erschließt.
Terrakotta Armee: groß … JA, beeindruckend … auf jeden Fall, touristisch ausgeschlachtet … Ohh JA, 8. Weltwunder … ich weiß nicht so recht

Was würde ich dafür geben, einer dieser Rebellen vor tausenden Jahren sein zu dürfen. Das muss sooooo ein riesen Spaß gewesen sein, mit einer Fackel und einem riesigen Hammer durch die ganzen Gänge zu laufen und alles zertrümmern zu dürfen ;-)

Und bevor hier wieder ein Aufschrei losgeht  – nur durch diese (bestimmt erquickende) Zerstörung blieb das Ganze so viele Jahrhunderte unentdeckt und kann jetzt von uns bestaunt werden!


Gleich steigen wir in den Nachtzug (wir ergatterten die letzten Schlafplätze in zwei verschiedenen Abteilen?!) und erreichen morgen um ca. 22 Uhr die Stadt Guilin ca. 2.000 km südlich von Xi ´an.

@ Marta: Konrad hat mal wieder einen zum Besten gegeben: Es ist nicht alles rosig, was glänzt!!! ;-)

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Sep 25 2010

Chinesische Mauer und anderer Wahnsinn

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Die Chinesische Mauer – was für ein Wahnsinn!!! Es ist das größte von Menschen geschaffene Bauwerk, insgesamt an die 8.000 Km lang und sollte einst die Chinesen vor Reitervölkern aus dem Norden schützen. Chinas Mächte waren also schon immer wahnsinnig und von großen Projekten besessen.

Heute ist die Mauer ein Besucher-Magnet. Kein Wunder, bei den großartigen Landschaften und wunderschönen Aussichten, die sich an, auf und um die Mauer ergeben. Ganz klar, dass wir da auch hin mussten. Denn wie schon Mao zu sagen pflegte: “Wer die große Mauer nicht bestiegen hat, ist kein richtiger Mann!” Aber Obacht, denn Mauer ist nicht gleich Mauer! Es gibt verschiedene Abschnitte, die jeweils unterschiedliches zu bieten haben. Der bekannteste Abschnitt ist Badaling. Man erreicht ihn sehr schnell von Beijing aus und deshalb ist er auch maßlos überlaufen und sehr touristisch. Wir wollten deshalb lieber nach Jinshanling, das in einem Gebirge liegt und einfach vieeeeeel schöner sein soll … aber wir werden es wohl nie erfahren.
Was ich meine? Lehnt Euch zurück und genießt die Show:

Wir hatten nach einer Woche Beijing erkannt, dass hier in China alles langwieriger ist. In der Stadt herum zu kommen dauert Stunden und ist manchmal auch in Sachen Orientierung nicht so ganz einfach. Also haben wir beschlossen eine Tour zur Chinesischen Mauer zu buchen, da sie nicht viel teurer sind, als auf eigene Faust mit dem Bus hinzufahren und warum alles kompliziert machen, wenn es auch einfach geht?

Unser Hostel bietet praktischerweise zwei Mauer-Touren an: Eine Tagestour nach Jinshanling, wo man morgens startet und Abends wieder zurück ist ODER eine Übernachtungstour, wo man Mittags startet, auf der Mauer übernachtet und am nächsten Morgen zurück fährt. Wir fanden, dass sich die Übernachtung auf der Mauer super anhörte. Wir waren vollends begeistert, als uns die nette Mitarbeiterin vom Beobachten des grandiosen Sonnenuntergangs erzählt hat. “Und wenn ihr morgens früh aufsteht, könnt ihr auch den magischen Sonnenaufgang sehen! Nimmt nur sehr viel Wasser mit, da ihr einige Zeit wandern werdet, und Kleidung für Abends da es kalt wird!” Wir haben gebucht, Wasser eingekauft, warme Klamotten eingepackt und uns auf ein neues Abenteuer gefreut.

Vorgestern Mittag sind wir dann losgefahren und haben erst noch irritiert geguckt, als der Fahrer bei der Ausfahrt “Great Wall Badaling” (also der Turisten-Falle) von der Autobahn fuhr. Der erste Gedanke war noch: “Ok, der fährt bestimmt hier ab, aber dann noch weiter!” Aber NÖ!!! Wir standen vor dem Eingang zu Badaling und sollten da auch rein. Nachdem wir alle Mitreisenden gefragt hatten, ob sie nicht auch dachten, dass wir nach Jinshanling fahren, wurde uns bewusst, dass wir also fast alle davon ausgegangen waren, dass Tagestour ODER Übernachtungstour zur selben Stelle gehen. Aber das ist unsere europäische Logik, die hier in China echt nicht funktioniert. Die Chinesen ticken einfach anders … wahnsinnig anders!

Kurz darauf durften wir erfahren, warum wir NICHT nach Badaling wollten. Begleitet von einer Horde Brasilianern, die ständig ihre sagenhafte Männlichkeit von der Mauer schreien mussten. (Wir wissen nicht genau, was sie geschrien haben, aber es muss so etwas wie “Ich bin der König der Welt” gewesen sein), haben wir den ersten Teil der Mauer erklommen. Gut, dass dieses tausende Jahre alte Bauwerk durch Metallgelände, Holztreppen, Hinweisschildern auf verschiedenen Sprachen und parallelen Wegen so wahnsinnig restauriert und in Stand gesetzt worden war, dass jede Ursprünglichkeit verloren ging. Begeistert waren wir auch von der Umgebung. Die Landschaft ist wirklich schön, bergig, grün und beeindruckend. Die ganzen Strommasten und Antennen fallen da gar nicht auf. Und wir hatten uns so auf tolle Aussichten in Jinshanling gefreut!!! :-(

Naja, wenigstens erschien das Übernachten noch Erfolg versprechend zu sein. In einem Wachturm waren lauter kleine Zelte aufgestellt in denen wir dann schlafen würden. Als wir uns gerade mit unserem Schicksal abgefunden hatten, Abendessen zu uns nahmen und schon von dem Sonnenuntergang sprachen, wurden wir aber von der zweiten Überraschung eingeholt:

200 m neben unserem Schlafplatz wurde eine freilicht Disco aufgebaut, die dann auch prompt angefangen hat uns schön mit Hardcore-Techno zu beschallen. Wahnsinn! Genau unser Musikwunsch für einen Besuch der Chinesischen Mauer! Als die Musik immer lauter wurde und nach und nach auch die Discobesucher eintrudelten, haben wir uns erneut mit unserem Schicksal abgefunden. Wir elenden Optimisten waren sogar immer noch gewillt, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und wollten und einfach zu den 500 Ravern gesellen, uns die Kante geben und irgendwann besoffen ins (Zelt) Bett fallen …

Aber fucking Badaling hatte noch eine weitere Überraschung auf Lager:

Wir durften nicht rein!!!! Jawohl! Die Security-Fuzzis haben uns den Zutritt zur Spaßanlage mit der ausführlichen Erklärung “No, no, Nooo!” verwehrt. Diesen sehr einleuchtenden Argumenten kann man ja nicht mehr besonders viel begegnen. Dies war deshalb der Punkt, wo wir uns einfach geschlagen gegeben haben und in eine stoische Akzeptanz verfallen sind. Wir haben uns auf einen Teil der Mauer zurück gezogen, den Sonnenuntergang nicht beobachtet (da die Sonne nur hinter Bergen verschwindet … von wegen grandioser Sonnenuntergang), im Selbstmitleid geschwelgt und die Große Mauer geschändet.

Wir haben darüber gesprochen, dass in China irgendwie vieles schief läuft, wir hier schon recht oft angenervt und enttäuscht waren und dass wir zusehen müssen, dass sich das ändert. Mit diesen guten Vorsätzen sind wir in Richtung Schlaflager gegangen um diesem Tag ein Ende zu setzen. Aber der Wahnsinn ging einfach ungefragt weiter, denn auf dem Weg in unser Bettchen haben wir 300 m auf der anderen Seite des Wachturm noch eine weitere Techno-Disco entdeckt, worauf hin wir nur noch hysterisch lachen konnten. Bis 5:00 morgens durften wir also krassen Bässen und fetten Beats in ohrenbetäubender Lautstärke, neben unserem Bett lauschen (schon einmal versucht nüchtern in einem Schlafsack in einer Disco zu schlafen?) Zwischendurch besuchten besoffene Chinesen den Wachturm, um ein bisschen rum zu schreien, Fotos zu machen und auch wirklich sicher zu gehen, dass hier keiner schlafen kann …

Am nächsten Morgen sind wir dann frisch und ausgeruht nach 2 Stunden Schlaf aufgewacht, haben drauf verzichtet uns den wahnsinnig magischen Sonnenaufgang anzuschauen und sind die Rückreise nach Beijing angetreten. Hier angekommen mussten wir erst einmal etwas gegen unsere Augenringe unternehmen und einen neuen Plan für den Umgang mit China entwickeln. Der sieht ungefähr so aus, dass wir einfach immer für Ohrenstöpsel und genügend Geduld unsererseits sorgen müssen und sicher gehen müssen einen Rückzugsort zu haben.

Ich sag nur: Wahnsinn diese Chinesische Mauer bei Badaling-ling-bam-fucking-bam-bum-bum-bum!!

Heute Abend werden wir Beijing verlassen und mit einem Nachtzug nach Xi’an fahren. Wahrscheinlich wird das auch noch einmal lustig, da Ferien sind und die Züge dann erfahrungsgemäß wohl komplett überlaufen. Freut Euch also jetzt schon auf weitere wahnsinns Geschichten aus dem Reich der Mitte! ;-)

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Sep 22 2010

Gaaanz alleine in der Verbotenen Stadt …

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Mein Gott haben wir mal wieder ein Glück:
“Der 22. September ist in China ein Feiertag. Die Einheimischen feiern eine Art Valentinstag und gleichzeitig den Beginn der Herbstferien. Und da es der erste richtig sonnige Tag seit langen war, hatte kein einziger Chinese daran gedacht das Haus zu verlassen, oder sogar einen Tagesausflug in die Verbotene Stadt im Herzen der Hauptstadt zu machen.


So gingen wir ganz alleine durch die ruhigen und menschenleeren Straßen am großen MAO Gemälde vorbei in die verlassene turistische Hauptattraktion Pekings. Dort angekommen konnten wir das riesige Areal seelenruhig und entspannt erkunden – weit und breit kein Lärm und keine einzige Menschenseele da. Es war wirklich schön zur Abwechslung mal für einen ganzen Tag die Zweisamkeit genießen zu können …
Nur wir beiden Hübschen und die riesigen historischen Gemäuer des UNSCO Weltkulturerbes.”
- IRONIE ZU ENDE -


Heute ist uns auf klar geworden, dass China wirklich das bevölkerungsreichste Land der Welt ist …
Woow shit … ich glaube der Kulturschock ist wieder da! :-(

Nach der überlaufenen Verbotenen Stadt ging es heute zum “Night Food Markt” um ein paar richtig abgefahrene Sachen zu essen. Das Ergebnis von “Konrad probiert ganz mutig / ängstlich auch gegrillte Seidenraupen-Spieße” könnt Ihr hier sehen:

….
Morgen geht es endlich zu der Großen Mauer!
Wir haben eine Tour inkl. Übernachtung an bzw. AUF? der Mauer gebucht. Wir sind beide sehr gespannt und freuen uns riesig auf dieses neue/alte Weltwunder.

Einfach auf den Link klicken um das Video abzuspielen:

PS: Könnte mir einer sagen ob die Videolinks richtig funktionieren und wie lange die Ladezeiten der Videos bei Euch sind? Wir können in China weiterhin (es lebe die Zensur!) nicht auf facebook oder youtube zugreifen und das Netz ist leider alles andere als schnell. Danke schön im Voraus!

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