Nov 13 2010
Good bye Vietnam
Morgen Mittag verlassen wir nach 30 Tagen dieses schöne, interessante und gleichzeitig anstrengende Land und fahren über die Grenze nach Kambodscha … ui ui ui …
Die letzten Tage verbrachten wir zusammen mit unseren liebsten Holländern Lisette und Edwin, als typische weiße Touristen auf einer Bus- und Bootstour durch das feucht-grüne Mekong Delta, aßen Unmengen Meeresfrüchte, tranken lokales Bier, stritten uns mit dem gierigen Tourguide, lachten mit dem lebensmüden Busfahrer, bewunderten die Landschaften, ertrugen lokale Gesänge, besuchten Tempel und philosophierten über das Reisen, Gott und die Welt.
Die Tour war für uns alle eine willkommene Abwechslung nach dem chaotischen Stadtleben in Saigon.

Nun wird Zeit ein persönliches Resümee über unsere Erfahrungen in Vietnam zu schreiben.
Vietnam ist eine Reise wert:
Die Natur, die Städte, das Essen sogar Wetter – alles ist für uns Europäer exotisch und faszinierend. Alles ist anders und vor allem auch besser anders als in China (sorry – aber dieser kleine Seitenhieb an das Reich des Wahnsinns musste sein).
Das Reisen ist günstig, die Kommunikation unproblematisch und die Infrastruktur für Backpacker optimal …
Menschen in Vietnam:
Lachen gehört zum Vietnamesen wie das Jammern zu den Deutschen (uns inklusive).
Egal in welcher Situation man sich gerade befindet, ein freundliches Lächeln darf dabei nicht fehlen …
… aber Vorsicht lieber käsefüßiger, unerfahrener Backpacker!
Ein lachendes Gesicht bedeutet nicht sofort, dass der Gegenüber dir auch freundlich gesonnen ist.
Diese Lektion in asiatischer Kultur lernten wir auf die harte Tour, als wir immer wieder von ach soooo freundlichen und hilfsbereiten Einheimischen dreist übers Ohr gehauen wurden. Das ist wohl nun der Preis, den wir als reiche & naive Europäer zahlen müssen, um dieses tolle Land bereisen zu dürfen.
Es gibt drei Dinge die den Vietnamesen besonders wichtig sind:
1. Geld
2. Money
3. Dinero
Und um dieses zu verdienen, gibt es keinerlei moralischen Skrupel oder Gewissensbisse.
Dieser ausgeprägte Charakterzug verfolgte/verstörte uns von Norden bis in den Süden Vietnams. Es ist wirklich schade, denn diese übertriebene Gier könnte dem Land und Menschen langfristig mehr Schaden als Vorteile bringen.
Abgesehen davon sind ist der “gemeine” Vietnamese ein feiner Mensch.
Er hat Humor, lässt es locker angehen, mag gutes Essen & Trinken und liebt es richtig laut und gesellig. Die Familie ist ihm heilig und der Nachwuchs wird von allen Seiten verwöhnt. Er verabscheut Verkehrsregeln und geht brav um 22:00 Uhr ins Bett
Die Vietnamesen bleiben uns als kleine, lebensbejahende und extrem geschäftstüchtige Zeitgenossen gut in Erinnerung …
Auf Wiedersehen Vietnam!

(Thanks Lisette for the pictures)
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